10 Tipps für Hoteliers und Hotelmanager

WIE FÜHRT MAN RICHTIG IN DER CORONA-KRISE?

Hotelchefs und Managern verlangt die aktuelle Situation einiges ab. Wie Führungsleute ihren Mitarbeitenden dabei Halt und Orientierung geben können, weiss die Hotel-Beraterin und «Hotelier»-Gastautorin Hildegard Dorn-Petersen. 10 Tipps für Führungskräfte.

TEXT Hildegard Dorn-Petersen



Der Autor

Hildegard Dorn-Petersen von der

Unternehmensberatung Hotel

Consult ist Ehrenmitglied im FCSI

Deutschland-Österreich e. V.

und seit 30 Jahren als Beraterin für die mittelständische Hotellerie

tätig.


Die Entwicklungen in der Corona-Krise überschlagen sich. Die astgebende

Branche ist besonders betroffen – vor allem die Stadthotellerie und

der MICE-Markt. Jetzt gilt es, als Führungskraft behutsam, aber entschlossen zu agieren. Gleichzeitig darf aber nicht vergessen werden, dass Hotellerie und Gastgewerbe in den letzten Jahren mit einem extremen Fachkräftemangel zu kämpfen hatten. Zu den Lösungsansätzen im deutschsprachigen Raum gehörten beispielsweise Initiativen wie «Fair Job Hotels» oder Programme für Quereinsteiger von 25hours. Jetzt, in Zeiten der Krise, wird sich erweisen, ob das alles Lippenbekenntnisse

waren oder ob die Aussage «Mitarbeiter sind unser wertvollstes Kapital» wirklich ernst gemeint ist. Dies kann jeder mit Führungsverantwortung

im Hotelalltag zeigen.

 

 

10 Tipps, worauf Führungskräfte in Hotels jetzt achten sollten:

 

1. Kommunizieren Sie offen

Mit einer glaubwürdigen Kommunikation auf Augenhöhe schaffen Sie klare Fakten. Gleichzeitig haben Sie die Chance, bei den Mitarbeitern einen Vertrauensvorschuss zu gewinnen.

 

2. Machen Sie Ihren Mitarbeitern nichts vor

Ehrlichkeit ist das Gebot der Stunde. Es bringt nichts, die Situation zu beschönigen oder sogar Aussagen zu treffen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Eine nüchterne und zutreffende Lagebeurteilung liefert

zielgerichtete Informationen.

 

3. Improvisieren Sie

Bisher war alles planbar, ob Budgets oder Unternehmensziele. Jetzt ist alles anders. Überraschende Entscheidungen der Politik und neue Verordnungen machen es notwendig, von Tag zu Tag neu zu planen und notfalls alles wieder auf den Kopf zu stellen.

 

4. Beziehen Sie alle mit ein

Die Situation ist schwierig. Wenn sich alle an einen Tisch setzen und darüber sprechen, lassen sich möglicherweise Lösungen finden, an die zuvor keiner gedacht hat. Die Mitarbeiter fühlen sich verstanden und eingebunden. Was halten Sie davon, Web-Meetings zu organisieren oder anhand einer SWOT-Analyse das Unternehmen gemeinsam auf den Prüfstand zu stellen? Die gemeinsame Arbeit an der Zukunft bringt nicht nur gute Ideen, sondern stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.

 

5. Frühzeitig über einschneidende Massnahmen sprechen

Viele Hotelbetriebe nutzen die Möglichkeit der Kurzarbeit. Dennoch werden sich Kündigungen nicht vermeiden lassen. Versuchen Sie, die Motivation trotzdem hochzuhalten und öffnen Sie ein Fenster für die Zukunft.

 

6. In Kontakt bleiben

Die ungewohnte Situation der heimischen Isolation und der fehlende Austausch mit Kollegen und Gästen wird gerade jungen Mitarbeitern zu schaffen machen. Nutzen Sie die technischen Möglichkeiten von Chat-

Rooms und WhatsApp-Gruppen, damit jedes einzelne Teammitglied spürt: Ich bin wichtig, man kümmert sich um meine Sorgen und Nöte.

 

7. Vorbild sein

Sie haben Regeln aufgestellt, an die sich alle halten müssen, zum Beispiel in puncto Hygiene? Dann gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Gleiches gilt für externe Verordnungen. Vergessen Sie auch sonst nicht, was Sie vorher gepredigt haben, von höflichen Umgangsformen bis hin zum verständnisvollen Zuhören.

 

8. Auf sich selbst achten

Passen Sie auf sich auf! Sie werden jetzt in der Krise gebraucht, vor allem aber auch danach, um den Karren wieder ins Laufen zu bringen. Wenn Sie vor lauter Hektik vorher nie zur Ruhe gekommen sind: Machen Sie ausgiebige Spaziergänge, um Kraft aus der Natur zu schöpfen. Oder lesen Sie ein Buch, um Abstand zu gewinnen.

 

9. Positive Signale senden

Auch wenn es schwer fällt und die Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft drücken: Jetzt gilt es, besonnen zu agieren und Optimismus zu verbreiten. Ein aufmunterndes Lächeln kann viel bewirken.

 

10. Schon heute an das Morgen denken

Nicht nur Ihre Mitarbeiter sind ein wichtiges Kapital, sondern auch Ihre (Stamm-)Gäste und Kunden. Treten Sie in einen direkten Dialog mit ihnen und lassen Sie es nicht dabei bewenden, über die temporäre Schliessung des Betriebs zu informieren. Individuelle Informationen, womit sich das Team derzeit beschäftigt – von der Neugestaltung der Speisekarten bis

zur Planung neuer Spa-Treatments – schaffen Vertrautheit und machen Lust auf den Aufenthalt nach der Krise.

 

Fazit

Keiner ist aktuell in der Lage, die weitere Entwicklung und die Folgen der Corona-Krise vorherzusagen. Aber eines ist sicher: Wie Sie jetzt in dieser schwierigen Zeit mit Ihren Mitarbeitern umgehen, wird sich nachhaltig

darauf auswirken, wie diese Sie und Ihr Unternehmen danach sehen werden. Nur wenn alle tatkräftig und hoch motiviert mit anpacken, wird es dann auch wieder aufwärts gehen.