Martin R. Smura: «Hotellerie und Airlines sind unverschuldet massiv in existenzielle Not geraten. Was ist also zu tun?»

 

Kolumne von Kempinski-Chef Martin R. Smura

«JETZT IST DIE ZEIT, DINGE NEU ZU DENKEN»

Der Zenit der Corona-Pandemie scheint überschritten. Kempinski-CEO und Präsident Martin R. Smura zieht eine erste Bilanz und blickt nach vorn. Das Thema Ökologie rückt ihm zufolge weiter in den Fokus.

TEXT Martin R. Smura


Betrachtet man die vergangenen Jahrzehnte, so scheint es, als müsse die Welt ausreichend krisenerprobt sein: Ölkrise 1973, Börsencrash 1987, Dotcom-Blase 2000, Terroranschläge in New York 2001, SARSPandemie

2002/2003 oder die Finanzkrise 2008, um nur die bedeutendsten Krisen zu nennen. Wir wissen, Krisen sind zyklisch und es wird sie immer wieder geben. Wir wissen auch, dass influenzabedingt jedes Jahr weltweit Tausende Menschen sterben. Dennoch hat uns diese Corona-Krise mit den nicht vorstellbaren Folgen überraschend getroffen. Überraschend dabei ist nicht, dass wieder eine Krise da ist, überraschend sind vielmehr die Komplexität und die Durchschlagskraft der jetzigen Krise. Die gesamte Welt ist davon massiv betroffen. Nationale Unterschiede treten in den Hintergrund, ideologische Unterschiede können uns nicht schützen, ob arm oder reich, Mann oder Frau, kaum jemand kann sich den Auswirkungen entziehen. Ein Virus scheint sich um unsere menschengemachten Unterschiede und unsere Vorstellungen von der Welt nicht zu kümmern und stellt diese auf eine harte Probe. Es zwingt uns dazu!

 

Ungleiche Lastenverteilung

Es war sehr beeindruckend zu beobachten, mit welch grosser Disziplin und Zustimmung unsere Bevölkerung die härtesten Einschnitte und Massnahmen seit Ende des Zweiten Weltkriegs solidarisch mitgetragen

hat. Jetzt ist es aber unsere Pflicht, in die Zukunft zu schauen, was angesichts unterschiedlichster Beurteilungen selbst von Experten gleicher Fachbereiche nicht einfach ist. Obwohl wir alle von den Auswirkungen betroffen sind, sind wir am Ende doch unterschiedlich betroffen. Online-Dienstleister wie Amazon oder der Lebensmitteleinzelhandel können in der Krise sogar deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnen. Einige Bereiche im Einzelhandel haben im Moment zwar Rückgänge, können mittelfristig aber auf gewisse Nachholeffekte hoffen. Der öffentliche Dienst scheint weitestgehend stabil zu sein. Anders sieht es mit der Autoindustrie aus, doch auch hier laufen die Produktionen langsam wieder an.


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