Hotel Swiss Night, Zürich.

«Hotelier»-Gespräch mit dem Hotel-Unternehmer Eric Fassbind

«Ja, ich investiere mitten in der Krise.»

Eric Fassbind (53) besitzt und führt sieben Business- und Stadthotels mit 770 Zimmern in Lausanne und Zürich. Sein Erfolgsmotto: hochwertige Hotelinfrastruktur, einzigartiges Design, tiefe ersonalkosten und folglich attraktive Zimmerpreise. Funktioniert das Konzept auch in Corona-Zeiten?



Biografie

Eric Fassbind ist am 7. April 1966 im Hôtel Alpha-Palmiers in Lausanne geboren. Er studierte Betriebswirtschaft (lic. oec.) an der Universität Lausanne. Seine Frau Pascale Fassbind-de Weck ist Architektin ETH. Sie arbeitet aktiv in den Hotels mit (Projekte, Umbauten). Eric Fassbind absolvierte diverse Praktikas in den USA, Frankreich, Spanien und in der Schweiz. Er war Berater für Hotels in Italien und Slowenien. 1992 wirkte er als Direktor im Hotel Ambassador in Bern, 1995 als Direktor des Verkehrsbüros von Villars-sur-Ollon. 1997 war er Administrations-Manager am World Economic Forum Genf und Davos. Im Jahr 2000 stieg er in die Familien-Hotelkette ein (6. Generation). Es folgten diverse Hoteleröffnungen, Um- und Neubauten. Heute besitzt Eric Fassbind sieben Hotels mit 770 Zimmern.


Eric Fassbind, in welchem Zustand befinden sich Ihre Hotels (Mitte Oktober)?

Wie in den meisten Stadthotels, so haben auch wir eine sehr tiefe Auslastung. Es sei sogar schlimmer als während des Zweiten Weltkrieges, hat mir jemand aus meiner Familie gesagt. Im Juli und August hatten wir immerhin ein paar Feriengäste aus der Schweiz und Europa. Doch die Schliessung der Clubs und Discos in Lausanne führte wiederum zu einem markanten Einbruch. Meine Prognose für Weihnachten und Neujahr – es sieht schlecht aus, sehr schlecht.

 

Wie haben Sie eigentlich die Krise im Frühjahr (Lockdown) überlebt?

Unsere Hotels waren zum Teil offen. Ich wollte einfach nicht kapitulieren! Ich sah mich ein wenig wie ein Kapitän, der sich in seine schöne Uniform stürzt, die Krawatte umbindet, in die Führerkabine steigt und wartet, bis sein Schiff untergeht. Er tut dies mit letztem Stolz.

 

Ein eindrückliches Bild, aber sehr düster …

… es war sehr düster! Ich kam jeden Morgen in ein leeres Hotel. Doch es gab da auch interessante Geschichten …

 

Hotel Züri by Fassbind.

Hôtel Agora Swiss Night, Lausanne.


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