Blick auf die Innenstadt

von Zürich.

Covid-19 und die Folgen für die Stadthotellerie

«Die Situation in den Städten ist dramatisch»

Während die von der Corona-Epidemie verursachten Umstände anfangs nur als temporär eingestuft wurden, zeigen sich jetzt – besonders in der Stadthotellerie – die langfristigen Folgen der Covid-19 Krise. Eine neue Studie von «MRP Hotels» zeigt mögliche Zukunftsszenarien für Städte wie Zürich, Basel, München, Wien oder Genf auf.



Vorteile der

Stadt/Region Zürich

Vielfältige Wirtschaft mit namhaften Firmen, wichtiger Messe- und Flughafenstandort, internationale Herkunftsmärkte, grosse Kulturstadt in der Schweiz mit einigen Grossevents (z. B. Street Parade), überdurchschnittlicher Anteil an Überseegästen.

 

Zahlen 2019

Zimmerangebot: 10 893. Neue Zimmer in der Pipeline: 1496 (14 % des Angebots) Anteil Auslandgäste: 76 %. Anteil Businessgäste: 70 %. Top-

5-Quellmärkte: Schweiz, USA,

Deutschland, UK, Golf-Staaten.

 

Chancen

Neues Tourismuskonzept

schafft es, Leisure-Tourismus

mit der Stadt und dem Umland zu

verbinden. Einzigartige Hotelkonzepte setzen sich durch (z. B. CitizenM, A-ja-Resort, 25hours Hotel usw.). Innovative Konzepte durch Schweiz Tourismus. Zürich baut den Inland-Tourismus aus. Intensive Werbekampagnen für das eigene Land bringen neue Aufmerksamkeit.

 

Risiken

Keine Lösung für Kulturund

Messeveranstaltungen. Starke Hotelpipeline sowie bereits starkes Bettenwachstum führen

zu Überkapazitäten (negativer Einfluss auf den gesamten Markt).

Weiterhin teuer im Europa-Vergleich. Hoher Anteil an Businessund ausländischen Gästen kann nicht durch Inland-(Leisure)-Tourismus aufgefangen werden.


Die Auswirkungen der Covid-19 Krise und der damit einhergehenden Einschränkungen auf die Stadthotellerie sind dramatisch. Martin Schaffer, Geschäftsführender Partner bei «MRP Hotels» analysiert die aktuellen Zahlen im deutschsprachigen Raum: «Die Auslastung ist in den deutschsprachigen Städten im Mai auf 5 Prozent gesunken, im Juni und Juli hat diese in den geöffneten Hotels 20 Prozent betragen. Würden alle – und nicht nur die tatsächlich offenen – Hotels berücksichtigt werden, beträgt die Auslastung 11 Prozent. In vielen Grossstädten sind aber nach wie vor rund 50 Prozent der Hotels geschlossen.»

 

Wie sieht die Zukunft in den Städten aus?

Laut der aktuellen Prognose von «MRP Hotels» werden Freizeitreisende langsam, aber deutlich schneller als Geschäftsreisende in die Stadt zurückkehren. Das internationale Geschäft wird dabei deutlich langsamer zurückkommen als das nationale. «Was wir ausserdem anhand der Bettenzahlen beobachten, ist, dass viele Märkte über Jahre hinweg Überkapazitäten aufweisen werden, besonders dann, wenn Development- Projekte auf den Markt kommen. Neue Hotels werden veraltete Betriebe verdrängen», so Martin Schaffer.

 

Dennoch: Eine Pauschalaussage zur künftigen Geschäftsentwicklung von Stadthotels kann nicht getroffen werden. Diese hängt immer mehr von Lage, Produkt, Zielgruppe und Entwicklung einzelner Frequenzgeneratoren ab – unter anderem davon, wie sich die Städte in Zukunft mit einem veränderten oder auch an die Situation angepassten Angebot auf den Märkten präsentieren.

 

Planbare Forecasts immer schwieriger

Auf der wirtschaftlichen Seite sehen sich Betreiber und Eigentümer neuen Herausforderungen gegenüber. «Belastbare und planbare Forecasts zu erstellen wird aufgrund von zahlreichen Restriktionen, regionalen Shutdowns und Vorschriften für die Betriebe immer schwieriger. Hoteliers, Eigentümer und Banken benötigen eine flexiblere Form der Zusammenarbeit und müssen sicher auch Verträge neu ausgestalten», so Martin Schaffer weiter. Viele Betreibergesellschaften geraten ohne Zuschüsse, Garantien und Pachtreduktionen an die Grenze ihrer finanziellen Leistungsmöglichkeiten, auch dadurch bedingt, dass zahlreiche Eigentümer Bank- und Corporate-Garantien ziehen wollen. Der Abschluss von neuen, gut besicherten Pachtverträgen wird für Betreiber unter diesen Umständen schwieriger als je zuvor.


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