Daniel Heiserer

Corona-Sommer 2020 im Tessin: Hotelier Daniel Heiserer zieht Bilanz

«Wir waren im Sommer fast immer ausgebucht»

Sommer und Herbst 2020 im Tessin. Feriengäste aus der Deutschschweiz belagerten den Südkanton. Fazit: volle Hotels und Restaurants. Tessiner Hoteliers sprechen von einem Rekordsommer 2020 – dank Corona. Daniel Heiserer, Präsident der Romantik Hotels Schweiz und Mitinhaber des Vier-Sterne-Hauses «Castello» in Ascona, zieht eine erste Bilanz.



Wer steckt hinter dem «Castello»?

Das Romantik Hotel Castello Seeschloss (ursprünglich um 1250 erbaut) ist im Besitz der Familie Ris. Daniel Heiserer ist mit einer Ris-Tochter verheiratet und folglich der «eingeheiratete » Schwiegersohn. «Wir sind ein Familienbetrieb in der dritten Generation. Wir besitzen noch das Garni Elena in Losone und ich habe noch einen Management-Vertrag mit dem Aparthotel al Lago in Locarno. Meine Frau ist für das Garni Elena verantwortlich und managt das HR und die Finanzen des «Castello». Filippo Ris und ich kümmern uns um den Rest. Die Familie hat in den letzten Jahren laufend in ihr «Castello» investiert. «Wir haben in den Wintermonaten 2019/2020 unseren Frühstückssaal und die Frühstücksterrasse komplett erneuert sowie die Küchen- und Saallüftung umgerüstet. Weiter haben wir auf einer Fläche von 150 m2 eine neue Terrasse gebaut, die für sechs Zimmer einen Mehrwert mit Seesicht gebracht hat. Und unser Turmzimmer Nummer 107 hat auf der Terrasse einen Whirlpool bekommen – mit direkter Seesicht. Des Weiteren haben wir im Garni Elena alle Bäder neu gemacht.» Laut Daniel Heiserer sollen nächstens alle Zimmer im «Castello» mit Klimaanlage ausgestattet, die Lounge umgestaltet und die Bäder im Haupthaus umgebaut werden.

 

Das «Castello» wurde 1952 als Hotel eröffnet, hat 48 Zimmer, umfasst zwei Restaurants, eine Palmenterrasse und eine Bar. Das Haus beschäftigt 47 Mitarbeiter. Betriebszahlen gibt die Inhaberfamilie keine bekannt.


Daniel Heiserer, Sie blicken auf eine erfolgreiche Sommersaison 2020 zurück – dank Corona, könnte man sagen. Wie lief denn der Sommer in Ihrem «Castello» in Ascona – in Zahlen ausgedrückt?

Eigentlich drücke ich mich gar nicht so gerne in Zahlen aus, aber ich versuche, Ihnen für Juli und August einen Einblick zu geben. Denn in diesen zwei Monaten ist sozusagen wirklich die Post abgegangen und wir waren fast immer ausgebucht – und das seit dem 26. Juni. Wir legten im Juli plus 26 Prozent zu im Vergleich zum Vorjahr. Im August waren es bei der Zimmerbelegung plus 25 Prozent.

 

In Ihrem Castello in Ascona steigen vor allem Schweizer Gäste ab.

Richtig, 2019 waren 70,7 Prozent der Gäste Schweizer, in diesem Sommer waren es 87,6 Prozent.

 

Mit anderen Worten: Ascona wurde im Juli und August von Schweizer Feriengästen buchstäblich überrannt. Wie haben Sie organisatorisch auf den Schweizer Ansturm reagiert?

Nun, am Anfang war es schon sehr anstrengend, denn wir waren in allen Teams unterbesetzt. Wer konnte schon davon ausgehen, dass wir am Auffahrts- und Pfingstwochenende ausgebucht sein würden! Zum Teil durften unsere langjährigen Mitarbeiter im Mai nicht einreisen, weil der Kanton die Bewilligungen nicht ausgestellt hatte. Wir waren auch sehr vorsichtig, denn man konnte und kann auch heute noch nicht genau planen. Aber nach den ersten drei Wochen hat sich dann doch alles normalisiert – dank meiner Frau, die alles optimal geplant hatte.

 


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