Diplomierte Hoteliers geniessen den ­Bielersee


Im Klosterkeller auf der St. Petersinsel. 

Die OK-Mitglieder Manuel Küng, Susanne Luginbühl, Elisabeth Erber und Janine Rüfenacht (mit Champagner-Flaschen 

von Nicolas Feuillatte).

Es ist die einzige grössere Veranstaltung im Jahr 2020, die sich die VDH nicht nehmen liess. Alle anderen Veranstaltungen fielen bekanntlich den Corona-Massnahmen des Bundes zum Opfer. Dass wir andere Events absagen mussten, wirkt schon fast lapidar, wenn man sich der Folgen der Corona-Massnahmen für Wirtschaft und Gesellschaft bewusst wird. Aber wie dem auch sei – zurück zu Biel und dem Stadt-Finden 2020. 

 

Am Nachmittag sende ich nochmal ein Erinnerungsmail an alle Teilnehmenden. Kernbotschaft: «Zieht euch wetterfest an, habt eure Masken dabei, seid pünktlich und vergesst das GA/Halbtax-Abo nicht …» 

 

Ärger mit den Sponsoren?

«Hoffentlich haben es alle rechtzeitig erhalten», denke ich mir, bevor ich mich ans Abpacken der 60 Give-Aways mache. Rund 5 Stunden und 8 ifco-Harassen später ertappe ich mich dabei, wie ich mich über unsere grosszügigen Sponsoren «ärgere». Ob denn alles in meinen kleinen schwarzen Seat passt, darüber mache ich mir keine Gedanken. Das muss, denn die Geschenke an die Teilnehmenden, die müssen mit! Im gesponserten Wäschesack von Schwob finden sich: ein Frühstück von Hero mit Müsli, Konfitüre, Porridge und der sündhaft gute Nuss-Kakao-Aufstrich, der neue Focus Drink von Rivella, die neuen Lebkuchen-Variationen von Hug, eine Schorle von Ramseier, Bier von Feldschlösschen, Korkenzieher von Smith & Smith und ein Desinfektionsmittel für die Handtasche von Steinfels Swiss. 

 

Gut habe ich mal Erfahrung am Fliessband gesammelt – das hilft jetzt. Natürlich habe ich alles vorab getestet und als sehr lecker empfunden – ausser natürlich das Desinfektionsmittel, das kam anders zum Einsatz. Und der Korkenzieher durfte auch im Laufe der Woche seine Funktionstüchtigkeit mehrfach unter Beweis stellen. 

 

Alles bereit und gedruckt …?

So um 2 Uhr morgens falle ich ins Bett. Doch ich stehe nochmals auf – letzter Check: Namensschilder für beide Tage? Gedruckt. Teilnehmenden-Listen – einzeln für alle Programmpunkte gemäss Corona-Bestimmungen? Gedruckt. Einzeln doppelseitige mit Namen bedruckte Corona-Merkblätter zur Unterschrift? Gedruckt. Übersicht der Programmpunkte, Abfahrtszeiten, Kontaktpersonen (falls was schief gehen sollte) und Infos dazu? Gedruckt. Gastgeschenke? Eingepackt. Geschenke für das OK? Eingepackt! 3 Wecker gestellt? Ja!

 

Auch das OK wird nun wach …

Ich starte um 6.30 Uhr mit dem Auto Richtung Biel. Schon beim Beladen des Autos werde ich bis auf die Knochen nass. Es regnet in Strömen. Die jahrelange Catering-Erfahrung macht sich bezahlt, so weiss ich, wie ich auf zwei Kubikmeter Ladefläche mehr als drei Kubikmeter Ware verstauen kann. Langsam wird auch das Organisationskomitee, bestehend aus Susanne Luginbühl, Janine Rüfenacht und Manuel Küng, wach und schreibt motivierende Whats-Apps. Mit einem so verlässlichen und engagierten OK hat die Organisation von Anfang an Spass gemacht. «Haben wir eigentlich auch ein Schlechtwetterprogramm geplant?», kommt als WhatsApp-Nachricht. NEIN, haben wir nicht. Hätten wir aber tun sollen. Mir schwant Böses. Das ganze Programm ist auf Schönwetter ausgerichtet. Habe ich die Ponchos eingepackt? Und die Schlauchboote für den schlimmsten Fall? 

 

Das liebe Wetter!

Angekommen im Hotel, hilft mir das OK beim Entladen des vollgestopften Autos, während ich einchecke, die Mitglieder begrüsse und die Give-Aways verstaue. Danach ziehe ich mich mit dem OK zurück, Lagebesprechung. Ja, das Wetter ist so, wie es ist. Kurzfristig nehmen wir kleine Anpassungen am Programm vor. Wir organisieren zehn Taxis für den morgigen Tag. Den Apéro verlegen wir vor, weil die Wanderung ins Wasser fällt. Ich merke, ich bin angespannt. 

 

Gruppenticket für die Schifffahrt?

Als Erstes geht es zum Apéro ins «L’Entrecôte» im Art Déco Hotel. Das im sechsten Stock gelegene Rooftop-Restaurant ermöglicht uns trotz des Wetters einen guten Blick über die Stadt. Wir sind von General Manager Geev Bahrampoori und der Firma Schob (Manuel Küng) zum Welcome-Apéro mit Wein und Plättli eingeladen. Während das OK die Namenschilder verteilt, werde ich unsicher, und überlege, ob der Verkehrsverein die Abfahrtszeit des Schiffes nochmals bestätigt hat? Ich fange an, in meinem Handy die Mails zu durchsuchen. Jetzt erst merke ich, dass ich gar kein Gruppenticket erhalten habe. Ich werde nervös. Janine beruhigt mich. Ich hoffe, es klappt alles! 

 

Nach der offiziellen Begrüssung und Eröffnung des Stadt-Findens durch Vorstandsmitglied Franz Gruben und der Überreichung der Gastgeschenke, starten wir zu Fuss Richtung Schifflände. Es regnet weiterhin in Strömen. 

 

Weisswein – und das Wetter wird besser …

Die Mitarbeiterin der «Bielersee Schifffahrtsgesellschaft» ist sehr zuvorkommend, alles ist reserviert und im Restaurantbereich steht schon Weisswein für uns bereit. Jetzt werde ich ruhig und fange an das Stadt-Finden zu geniessen. Auch das Wetter wird von Stunde zu Stunde besser! Ich poste die ersten Fotos für Facebook und Instagram und erfreue mich an der Fahrt zur St. Petersinsel, zum Klosterhotel. Ich geniesse die Fahrt, auch wenn der Wein nicht besonders schmeckt. 

 

Champagner-Apéro im Klosterhotel

Nach einer kurzen Wanderung werden wir im Klosterhotel von der Gastgeberin Franziska Immer herzlich begrüsst. Zur Stärkung gibt es das traditionelle Champagner-Apéro, offeriert von Nicolas Feuillatte. Wir geniessen es und verewigen den Moment mit einem Gruppenfoto. Jetzt wird mir wieder bewusst, wie schön meine Arbeit für die VDH ist und wie sehr es mir Spass macht, solche Anlässe zu organisieren und zu leiten. 

 

Rundgang durchs Klosterhotel

Frau Immer erklärt uns den Betrieb und wir haben die Möglichkeit, nebst den Hotelzimmern auch die Räumlichkeiten im Background zu besichtigen. Es sind die alten Räumlichkeiten des Klosters aus dem Jahre 1127. Die langen und verschnörkelten Wege, welche die Mitarbeitenden zurücklegen müssen, sind noch die geringste gastronomische Herausforderung in diesem alten Gebäude. Wir lauschen gespannt ihren Ausführungen und staunen.  

 

Lesung mit Arno Camenisch

Anschliessend geht es mit dem Schiff weiter Richtung Ligerz, wo wir mit der Vinifuni zum Restaurant «Aux Trois Amis» fahren. Im Restaurant erwartet uns eine Lesung des Schweizer Autors Arno Camenisch. Seine Bücher und auch seine charmante Art finden Anklang. Vor allem die Damen wünschen ein Buch mit persönlicher Widmung. Nach dem Abendessen geht es zurück ins Hotel, wo ich den Teilnehmenden die Give-Aways überreichen kann. 

 

Das nächste Stadt-Finden findet im Tessin statt

Nach einem letzten kleinen Absacker in geselliger Runde, falle ich müde, aber glücklich ins Bett und freue mich auf den zweiten Tag unseres Stadt-Findens. 

 

Auch dieser Tag verspricht spannend zu werden – hat Biel doch einiges zu bieten. Und das Wetter soll von Stunde zu Stunde besser und sonniger werden … 

 

Den kompletten Bericht zum Stadt-Finden gibt es wie gewohnt im kommenden Geschäftsbericht. 

 

Das nächste Stadt-Finden wird am 22. und 23. August 2021 im Tessin, in Lugano, ausgetragen. Ich habe mein Organisationskomitee bereits beisammen und freue mich schon jetzt auf die Vorbereitungsarbeiten.