Gastrosuisse: «Weitere Corona-Massnahmen wären verheerend»

Das Gastgewerbe blickt auf ein schwieriges Corona-Jahr 2021 zurück. DieBetriebe seien wieder zunehmend in finanzieller Bedrängnis, schreibt der Verband Gastrosuisse diese Woche. «DieMitarbeitenden leiden ebenso unter der Ungewissheit. Weitere Corona-Massnahmen wären verheerend», betont Präsident Casimir Platzer.



Erfreulich sei, so Verbandspräsident Platzer, dass der Bundesrat noch keine zusätzlichen Einschränkungen im Gastgewerbe beschlossen habe und auf die Entwicklung der Spitalkapazitäten fokussiere.


Die 26 Präsidentinnen und Präsidenten der Kantonalverbände von GastroSuisse diskutierten diese Woche anlässlich einer ausserordentlichen digitalen Präsidentenkonferenz die aktuelle Situation im Gastgewerbe. «Das vergangene Jahr war für die Branche sehr schwierig», resümiert Casimir Platzer. Während 31 Wochen undmehr blieben Restaurants, Cafés und Bars in der Pandemie geschlossen. Hoffnung kam im Sommer auf, doch bereits im September beschloss derBund im Gastgewerbe die Zertifikatspflicht. Zuletzt folgte Ende Jahr2G – für Clubs und Diskotheken sogar 2G+. «Kaum eine Branche mussteso viele Opfer erbringen wie unsere», so Platzer.


«Die Branche trotzte der Krise und den vom Bund verordneten Massnahmen mit Leistungsbereitschaft, Innovation und Leidenschaft. Dennochgingen seit Ausbruch der Krise bereits zehntausende Jobs verloren.

Der Fachkräftemangel hat sich verschärft. Unsere Mitglieder sehensich wieder zunehmend in ihrer Existenz bedroht, betont Platzer. „Die Liquidität befindet sich auf einem Tiefpunkt, während dieVerschuldung steigt. Die Reserven sind aufgebraucht. Das Weihnachtsgeschäft fiel 2G zum Opfer. Besonders stark betroffen sindauch die aktuell rund 230 000 Mitarbeitenden im Gastgewerbe. Siemussten während der Krise immer wieder in Kurzarbeit geschicktwerden, was zu erheblichen Lohnausfällen führte. Viele haben dieBranche deswegen bereits verlassen», sagte Platzer.


Verunsicherung bei den Mitarbeitenden im Gastgewerbe kam zudem auf,weil der Bundesrat kurz vor Jahreswechsel verlauten liess, dass erjederzeit weitere Verschärfungen beschliessen könne. Die Präsidentenkonferenz tauschte sich diese Woche über mögliche Szenarienaus. Der Tenor war klar: «Wir lehnen sowohl einen Lockdown als auch2G+ ab», so Casimir Platzer. «Beides wäre verheerend für unsere Branche.» GastroSuisse ist daher erleichtert, dass der Bundesrat noch keineweiteren Massnahmen beschlossen hat und vorerst die weitereEntwicklung beobachtet. „Zu Recht. Denn die vom Bundesamt fürGesundheit diese Woche publizierten Zahlen zeigen eine leichteEntspannung auf den Intensivstationen. Selbst Bundesratspräsident Ignazio Cassis sagte gegenüber den Medien, dass die schweizweiteBelegung der Intensivstationen mit circa 80 Prozent noch zu managensei.»


Casimir Platzer betont: «Eine Teilschliessung des Gastgewerbes macht ohnehin wenig Sinn. Zieldes Bundesrats ist es nämlich, eine Überlastung der Spitäler zuverhindern. Laut Bundesrat sind hierbei diejenigen Bevölkerungsgruppen entscheidend, die weder geimpft noch genesensind. Beide Gruppen dürfen aufgrund der 2G-Regel aber weder in einemRestaurant, noch einem Café noch einer Bar einkehren. Ein Lockdownin unserer Branche würde keine Wirkung erzielen», so Platzer.

Massnahmen müssten in anderen Bereichen wie dem öffentlichen Verkehrgetroffen werden. «Sollte es anders kommen, benötigen unsereMitglieder zwingend weitere finanzielle Unterstützung», so Platzer.

«Unerlässlich wäre, dass die Härtefallgelder so schnell wie möglichwieder hochgefahren werden und dass Kurzarbeit zu 100 Prozententschädigt wird. Ansonsten kehren noch mehr Mitarbeitende unsererBranche den Rücken zu», betont Platzer. «Weitere Lohneinbussen könnensich Mitarbeitende im Gastgewerbe nämlich nicht mehr leisten.»

27 Ansichten0 Kommentare

Ähnliche Beiträge

Alle ansehen