Alumni – mehr als eine Apéro-Organisation

«Alumni» bezeichnet laut Wikipedia die Absolvent:innen einer Hochschule oder einer Institution des tertiären Bildungsbereiches. Alumni-Vereinigungen respektive -Organisationen bemühen sich um die Erhaltung der Beziehungen ­zwischen Ehemaligen.

In Anbetracht sinkender Mitgliederzahlen und der Schwierigkeiten junge Ehemalige dafür zu gewinnen, aktiv am Alumni-Leben mitzumachen, stellt sich die Frage, welche Daseinsberechtigung solche Organi­sationen (noch) haben. Braucht es sie noch? Reicht es in der heutigen Zeit noch aus, wenn sich eine Alumni-Vereinigung hauptsächlich um die Erhaltung der Beziehungen zwischen Ehemaligen bemüht? Müssten Alumni-Vereinigungen in Zukunft nicht eine weitergefasste Rolle spielen, ein weitergefasstes Selbstverständnis und Angebot entwickeln?

Chancen der Generationen

Eine Alumni-Vereinigung ist per se eine sehr heterogene Gruppe von Menschen verschiedener Generationen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Interessen und Erwartungen. Das hat auch damit zu tun, dass die einen noch voll im Berufsleben stecken, während sich andere teilweise oder schon ganz zurückgezogen haben und ihren wohlverdienten Ruhestand geniessen. Genau diese Tatsache kann eine Alumni-Vereinigung interessant und attraktiv machen. Allerdings muss die Bereitschaft da sein, die Programme der Anlässe und Aktivitäten so zu gestalten, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse und Interessen der Mitglieder verschiedener Generationen berücksichtigt werden.


Mehrwert

Programme von Anlässen und Aktivitäten müssen diversifizierter gestaltet werden. Anlässe sollen das Netzwerken und die Freundschaftspflege ermöglichen. In gleichem Masse müssen sie auch für Wissenstransfer und beruflichen Erfahrungsaustausch stehen. Ganz nach dem Motto weniger ist mehr, darf es nicht darum gehen, möglichst viele «verrückte» Anlässe auf die Beine zu stellen. Zielführender ist es, die Anlässe mit Wissensvermittlung und Fachimpulsen anzureichern. So können die Teilnehmenden vom Anlass einen konkreten Mehrwert für ihre Praxis mitzunehmen.


Dabei sollen die aktuell brennenden Branchenthemen als Grundlage für den Teil Wissensvermittlung ­dienen. Mit Expertenrunden, Diskussionsforen, Workshop­elementen, Unternehmertalks und vielen wei­teren Formaten können die aktuellen Fragen angestossen, erarbeitet, verarbeitet oder gar beantwortet werden. Idealerweise werden die Anlässe in den Mitglieder- und Partnerbetrieben durchgeführt, damit kann der Erfahrungsaustausch und das Netzwerken direkt vor Ort gelebt werden.


Lebenslanges Lernen

Die Vereinigung ehemaliger Absolvent:innen des US und des NDS HF Hotelmanagement hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Anlässe und Aktivitäten so zu gestalten, dass Inklusion nicht Exklusion sowie das Miteinander und nicht ein Gegeneinander gefördert und gefestigt werden. Wir wollen am Puls der Zeit Wissen und Erfahrungen aller Mitglieder vernetzen. Ungeachtet dessen, ob jemand noch voll, noch teilweise oder gar nicht mehr im Berufsleben steht. Die VDH will, dass alle Mitglieder einen Mehrwert aus den Anlässen ziehen können, sei es ein Impuls für ihr berufliches Umfeld oder als schöne Erfahrung, die Beziehungen zu ­ehemaligen Klassenkamerad:innen zu vertiefen.


Unsere Vereinigung ist weit mehr als eine Organisa­torin von Apéros an schicken Orten, Besichtigungen und tollem Essen auf Gourmet-Niveau. Die VDH will einen konkreten Beitrag für das lebenslange Lernen leisten. Sei es in der Unterstützung von Kadernachwuchskräften, sei es als Organisatorin und Vermittlerin von spezifischen Bildungsveranstaltungen. Die VDH ist eine Alumni-Vereinigung für alle Gene­rationen. Unter diesen Prämissen kann die Ausgangsfrage klar beantwortet werden: Ja, Alumni-Vereinigungen machen Sinn. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Weiterbildung und im Gesellschaftlichen.


Wir haben es in den Händen

Es liegt jetzt in den Händen der verschiedenen Vorstände für (und mit) ihre(n) Mitglieder(n) Konzepte und ein Rollenverständnis auszuarbeiten und vor­zuschlagen, damit die eigene Alumni-Organisation zukunftsfähig bleibt. In den Händen der Alumni-Mitglieder aber liegt es, wie aktiv sie am Geschehen ihrer Organisation mitmachen und in welcher Form sie sich engagieren. Für eine interessante, mehrwertschaffende, gesellige Alumni-Zukunft muss Beides zusammenspielen.

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