Gehört zur Deutschen Hospitality: Steigenberger Belvedere Davos.

Aufsichtsratschef André Witschi:

«Wir wachsen nicht um des Wachstums Willen, sondern tun dies nur profitabel.»

Hotelperle in Deutschland: Steigenberger Frankfurter Hof, Frankfurt am Main.

TROTZ CORONA-KRISE: DEUTSCHE HOSPITALITY AUF WACHSTUMSKURS

Witschi auf Shoppingtour: Mehr als 500 Hotels bis 2026

Laut deutschen Medienberichten will die Steigenberger-Mutter «Deutsche Hospitality» unter der Regie von Präsident André Witschi in den kommenden Jahren massiv wachsen und auch weitere Hotels und Hotel-Gesellschaften übernehmen. Nach dem Führungswechsel läuft es bei der Deutschen Hospitality offenbar rund. Andre Witschi, Aufsichtsratsvorsitzender des Hotelkonzerns und bis vor wenigen Wochen Stiftungsratspräsident der EHL, bestätigte der deutschen Wirtschaftswoche nun ambitionierte Wachstumspläne. Bis 2026 sollen aus derzeit 130 Hotels mehr als 500 werden. Zur Deutschen Hospitality (DH) gehören die Hotelmarken Steigenberger, Intercityhotel, Maxx by Steigenberger, Jaz in the City sowie die skandinavische Marke Zleep Hotels. Um die massiven Expansionspläne in die Tat umzusetzen, will das Unternehmen im grossen Stil andere Gesellschaften kaufen, so André Witschi zum Fachmagazin «Hotelier». Dass bei Steigenberger ein frischer Wind weht, ist nicht erst seit dem Weggang des bisherigen CEO Thomas Willms bekannt. Bereits Ende 2019 war die Deutsche

Hospitality vom chinesischen Hotelriesen Huazhu übernommen worden, zu dem weltweit und 5000 Hotels gehören. Und Huazhu habe auch bei der deutschen Tochter auf eine schnellere Expansion gedrängt, sagen Brancheninsider. Aufsichtsratschef Witschi kommentiert dies nicht näher, stellt aber klar: «Wir wachsen nicht um des Wachstums Willen, sondern tun dies nur profitabel.» Denn: «Es hilft nichts, gross zu sei, wenn man nichts verdient.» Geleitet wird die Deutsche Hospitality nächstens vom neuen CEO Marcus Bernhardt, der am 1. November anfangen wird. Zudem folgt zu diesem Stichtag Ulrich Johannwille auf Matthias Heck als Finanzchef (CFO).


Hintergründe zur Deutschen Hospitality

Im November 2019 wurden die Steigenberger-Hotels nach China verkauft. Der chinesische Konzern Huazhu kaufte die Kette und weitere Hotelmarken vom damaligen Eigentümer, dem ägyptischen Tourismus-Unternehmer Hamed El-Chiaty. Der Ägypter verkaufte die Steigenberger-Dachgesellschaft Deutsche Hospitality für rund 700 Mio. Euro an Huazhu. El-Chiaty hatte die Hotelgruppe 2009 von den Steigenberger-Erben übernommen. Ausschlaggebend für die Übernahme waren u.a. die Wachstumsmöglichkeiten auf dem europäischen Hotelmarkt, der laut Huazhu etwa so gross sei wie beispielsweise der US-Markt, aber bei weitem nicht so stark konsolidiert. Zur Deutsche Hospitality gehören 118 Hotels in 19 Ländern unter den Marken Steigenberger, Intercity Hotel, Maxx by Steigenberger, Jaz in the City und Zleep Hotels. 2018 lag der Umsatz bei 770 Millionen Euro. Mit dem neuen chinesischen Eigentümer soll aus Steigenberger eine weltweit bekannte Marke werden. Die an der New Yorker Börse Nasdaq gelistete Huazhu-Gruppe betreibt nach eigenen Angaben mehr als 5000 Hotels in 400 Städten unter 18 Marken. Nach Zimmern sei das Unternehmen der neuntgrösste Hotelbetreiber der Welt. «Die Übernahme der Deutschen Hospitality beschleunigt Huazhus Wachstumsstrategie, treibt das Umsatzwachstum im Upscale- und Luxussegment in Asien, inklusive China, voran und trägt zum Ausbau der internationalen Präsenz bei», so Huazhu nach der Übernahme im Herbst 2019. Steigenberger soll neben der Möglichkeit, in den chinesischen Markt einsteigen zu können, vor allem von der Technologie von Huazhu profitieren. Die Chinesen haben beispielsweise bereits damit begonnen, künstliche Intelligenz (KI) im Hotelgewerbe einzusetzen. So könne eine KI Service-Telefonate mit Hotelgästen führen. Künftig könnten zudem Roboter gewisse Service-Dienstleistungen übernehmen.