«HOTELI ER»-INTERVI EW M IT M IKE JAUSSI,

HOTEL GOLDENER SCHLÜSSEL BERN

«WIE GEHT ES IHNEN IM ÄLTESTEN GASTHOF VON BERN, HERR JAUSSI»

Das Hotel Goldener Schlüssel an der Rathausgasse in Bern. Erstmals im Jahr 1508 urkundlich erwähnt. Es ist das älteste Gasthaus der Bundesstadt. Geführt wird das kleine Boutique-Hotel seit 2019 von Mike Jaussi (36). Was steckt hinter den alten Fassaden des kleinen Stadthotels? Welche Spuren hinterlässt die aktuelle Krise?

Mike Jaussi, wie würden Sie die aktuelle Positionierung Ihres Hauses umschreiben?

Nun, wir sind bekannt für unsere gelebte Gastfreundschaft in einem familiären Ambiente. Unsere Gäste geniessen individuelle Aufmerksamkeit und ihre Erwartungen werden durch unsere Mitarbeiter übertroffen …

 

Schön gesagt, aber das tönt wie aus einem Werbeprospekt.

Ja, aber danach leben und arbeiten wir. Als kleines Stadthotel mit 34 Zimmern sind wir zwangsläufig familiär und persönlich unterwegs. Wir sind mitten in der Stadt Bern – man erwartet hier nicht unbedingt ein Hotel, das so persönlich geführt wird. Damit heben wir uns sicher von den Mitbewerbern ab.

 

Der «Goldene Schlüssel» gilt als der älteste Gasthof von Bern und wurde 1508 als Herberge eröffnet. Profitieren Sie von dieser Geschichte?

Ja, für internationale Gäste ist das ein Buchungskriterium. Gerade amerikanische Touristen lieben es, in einem historischen Haus abzusteigen. Es erinnert sie vielleicht ein wenig an einen Film von Walt Disney. Auch im Restaurant kommt die Geschichte zum Ausdruck: Wir sind eine richtige «Bärner Beiz»!

 

Sie traten mit der Führung des Hotels ein «Erbe» an, welches das Hotel rund 25 Jahre lang prägte: Marianne und Jost Troxler haben das Haus durch ihre Persönlichkeiten stark geprägt. Was hat sich seit dem Weggang der Troxlers 2018 verändert?

Wir haben ja nicht alles einfach so übernommen. Im Restaurant gab es die grössten Veränderungen, obwohl wir auch da nur sanfte Anpassungen machten. Will man gewisse Traditionen und Gästegruppen behalten, darf man nicht einfach mit dem Hammer um sich schlagen. Wir hatten das Glück, dass wir am Erfolg der Troxlers anknüpfen konnten.

 

Was ist eigentlich das Besondere am Restaurant?

Da setzen wir auf eine sehr klassische Schweizer Küche. Als «Bärner Beiz» führen wir neben dem «Schlüssel Cordon bleu» einen «Suure Mocke» mit Kartoffelstock und auch Kalbsleber mit Rösti. Nun hat sich das Essverhalten der Gäste auch etwas verändert, und so findet auch ein Vegetarier oder Veganer etwas auf der Karte.


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