Osteria Bordei: Blick in die Gaststube mit offenem Kamin, wo Polenta am Feuer gekocht wird.


Tea Velti in ihrer Kochsendung im Tessiner Fernsehen (RSI).


Stefan Tabacznik als Koch (2020) und «Tagesschau»-Sprecher (2013).


TV-STARKÖCHIN UND EX-TV-MANN AM HERD

In der kleinen Osteria Bordei im Centovalli (Tessin) stehen seit Mitte Juli zwei Köche am Herd, die übers Fernsehen bekannt wurden: die 26-jährige Tea Velti («Köchin des Jahres» im Tessin) und der ehemalige «Tagesschau»-Sprecher und TV-Reporter Stefan Tabacznik.

 

Bester Lehrling im Tessin

Tea Velti wurde 2012 zum «besten Lehrling des Kantons Tessin» ernannt und bevorzugt eine einfache, aber raffiniert-kreative Küche. Die ersten Stationen in ihrer Karriere führten Tea Velti zur Köchin Simone Ciaranfi vom Restaurant Forni in Airolo. Zu ihren Inspira­tionsquellen zählen jedoch auch Alain Ducasse und Jamie Oliver. Für das Tessiner Fernsehen (RSI) moderierte Tea Velti bis jetzt über 50 Kochsendungen. Die junge Tessinerin gelte als Talent mit grossem Potenzial, so Johan Breedijk, Küchenchef im Art-déco-Hotel Montana Luzern. Insider sagen, Velti sei bereits heute «die junge Tanja Grandits der Südschweiz».

 

Stefan Tabacznik berichtete während über 40 Jahren als Reporter, Korrespondent und «Tagesschau»- Sprecher beim Schweizer Fernsehen über die Brennpunkte in aller Welt. Er war u. a. fürs Fernsehen im Kosovokrieg (1999). Im Jahr 2000 war Tabacznik für die Schweizer Armee und die Nato 14 Monate als Informationsoffizier im Einsatz. Dabei habe er sich immer auch für das Essen vor Ort interessiert. Nach seiner TV-Karriere absolvierte er im Alter von 65 Jahren eine zweijährige Kochlehre. Stefan Tabacznik (72) machte diverse Diplome (Grillmeister, Fleisch-Sommelier) und absolvierte Praktika in diversen Sterneküchen. Bis Mitte Oktober steht der ehemalige TV-Mann am Herd in der Osteria Bordei, wo er für die Tessiner Klassiker (Risotto, Polenta usw.) zuständig ist.

 

Ein Chefredaktor als Beizer

Die Osteria Bordei wird bis Ende Oktober 2020 vom Publizisten Hans R. Amrein (u. a. Chefredaktor «Hotelier») operativ geführt. «Ein spannendes Experiment», so Amrein. «In diesem Kleinsthotel mit Restaurant am Ende der Schweiz werde ich mit dem harten Alltag des Gastgewerbes ­konfrontiert. Eine einzigartige Erfahrung.»