ZU BESUCH IN SALEZ

In den kommenden Ausgaben des «Hotelier» werden die drei Studierenden Sabrina Wunderli (erstes Semester), Nora Garberson (zweites Semester) sowie Thomas Gautschi (drittes Semester) der Schweizerischen Hotelfachschule Luzern (SHL) abwechslungsweise in Form von Tagebucheinträgen aus ihrem Studienalltag berichten. Den Start macht Sabrina Wunderli, die zurzeit an der SHL ihr erstes Semester in der Küche / Produktion durchläuft und ab Juli ihr Küchenpraktikum absolvieren wird.



ZUR PERSON

Sabrina Wunderli ist 23 Jahre alt und absolviert seit Mitte April die Schweizerische Hotelfachschule Luzern (SHL). Zurzeit durchläuft die gelernte Kauffrau, die ihre Lehre bei der Gastroconsult absolvierte, das erste Semester Küche/Produktion. Ab Juli wird sie ein fünfmonatiges Küchenpraktikum in einem Betrieb in den Bergen in Angriff nehmen.

 

shl.ch


«Anfangs Mai hatten wir Erstsemestrigen die Gelegenheit, unseren ersten „Schulausflug“ in Richtung St. Galler Rheintal zu absolvieren. Wir besuchten den Gemüsebauer Giger in Sevelen, wo wir Interessantes über die Herkunft des Gemüses sowie den Anbau der Produkte erfuhren. Ausserdem durften wir einige Kohlrabi und Rhabarberstengel ernten. Auch die „Probiererli“ kamen dabei nicht zu kurz. 

 

Weiter ging die Reise nach Salez in die Landwirtschaftsschule. Auf dem Programm stand theoretischer Unterricht zum Thema Qualitätslabel, im Anschluss gab es ein feines Zmittag sowie einen weiteren Theorieblock zu den Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Landwirte. Danach erfolgte die Aufteilung in zwei Gruppen zu den Posten Schlachten eines Schweines und Milchproduktion. Meine Gruppe durfte der Schlachtung eines Schweins beiwohnen. Das ungefähr 100 kg schwere Schwein wurde aus einem Tiertransportanhänger in den Schlachthof geführt. Man sah also ein lebendiges Schwein vor sich. Als Erstes wurde es leicht geduscht und dann mittels Elektroschocker betäubt. Danach schlitzte ein Metzger den Hals des Schweins auf und erlegte das Tier. In der Folge wurde das Schwein mittels Hebezug in ein Warm-Wasserbad transportiert und mehrfach gedreht, um die Haut aufzuweichen, damit diese im Anschluss besser entfernt werden konnte. Nachdem auch die Haut weg war, wurde der Kopf abgetrennt und übrige Hautpartikel mittels Bunsenbrenner abgebrannt – am Kopf, wie auch am restlichen Körper. Die ganze Situation, dass das Tier lebendig vor einem steht und wenige Minuten später tot daliegt, ist heftig. Mir persönlich ging der Moment als der Kopf abgetrennt wurde sehr nahe. Zum Schluss folgte die ganze Zerteilung der verschiedenen Innereien und Körperteile. Im Grossen und Ganzen war es eine sehr interessante und prägende Erfahrung. Die Botschaft, Lebensmittel zu schätzen, die auf dem Teller liegen, ist auf jeden Fall bei mir angekommen. Ich werde jedoch nicht zur Vegetarierin.

 

Danach gab es noch einen kleinen Apéro. Anschliessend wurden wir je zu zweit auf einem Bauernhof einquartiert, wo wir übernachten durften. Mein Bauernhof war in der Lammzucht- und Lammfleischverarbeitung tätig. Ungefähr 500 Lämmer leben auf dem Hof. Die kleinen Lämmchen waren richtig niedlich. Ebenso hatten wir ziemliches Glück mit der Familie, die uns offen und freundlich willkommen hiess. Auch die Kinder haben wir direkt ins Herz geschlossen. Viel helfen konnten wir leider nicht, aber die Fütterung erlebten wir am Abend wie auch am nächsten Morgen mit.

 

Pünktlich um 9 Uhr wurden wir für den zweiten Tag unseres Ausflugs abgeholt. Weiter ging es nach einer Kaffee-Pause mit der Milchproduktion und Käseherstellung. Ich liebe Milch als Getränk, ob warm oder kalt, direkt ab Kuh oder aus dem Laden, pur oder mit Schoko- und Ovo-Pulver. Der Fokus lag nun aber auf der Käseherstellung, wo wir zum Schluss das Endprodukt degustieren durften. Am Nachmittag wurden wir von den Landwirt-Lernenden im dritten Lehrjahr auf dem nahen Bauernhof herumgeführt und über die Aspekte der Landwirtschaft informiert. Ausserdem haben wir diverse Tiere gesichtet – vom frisch geborenen bis ausgewachsen. Zum Abschluss unseres zweitägigen Ausflugs gab es noch einen Apéro mit den „Salezis“, die uns in Luzern ebenfalls besuchen werden. Danach ging es mit dem Bus wieder nach Hause.»