Frage an Hotelier Christoph Ruckli, Gastgeber im «Hotel Löwen am See», Zug

Warum bauen Sie mitten in der Krise Ihr Hotel um?

Der «Löwen am See». Ein 4-Sterne-Businesshotel mitten im Zentrum der Stadt Zug, direkt am Zugersee gelegen. Mitten in der Corona-Krise im Frühling wurde das Haus mit 47 Zimmern umgebaut und erneuert. Hotelier Christoph Ruckli hat 3,4 Mio. Franken investiert. Wie schafft er das?



Auszug aus der Geschichte

Das Hotel Löwen am See in Zug wurde 1524 erstmals geschichtlich erwähnt. Ab 1792 sind alle Eigentümer grundbuchamtlich ersichtlich. Das Haus wurde bisher dreimal vergrössert und angebaut. Der letzte Ausbau wurde 1884 realisiert. Es entstand das heutige Hotel mit Restaurant/Brasserie und darüber der 150 m2 grosse und 6 Meter hohe Ballsaal. Im dritten und vierten Stock entstanden Gästezimmer.

 

Am 20. Dezember 1968 brannte der Dachstock sowie der dritte und vierte Stock des Hauses ab. Dank Betriebsferien gab es nur materiellen Schaden. Seit 1998 sind Theres und Josef Ruckli die 39. Eigentümer des Hotel Löwen am See, nachdem sie den Betrieb zuvor 22 Jahre als Pächter geführt hatten. Ende September 1998 wurde der ganze Betrieb zehn Monate geschlossen und total saniert. Bei diesem 

Umbau wurde der grosse Saal in 12 Gästezimmer umgewandelt.

 

Seit März 2015 führt Sohn Christoph Ruckli das Hotel und das Restaurant Löwen am See in eigener Regie.


Christoph Ruckli, Sie haben soeben Ihr 4-Sterne-Haus mitten in Zug umgebaut. Welche Bereiche des Hotels umfasst dieser Umbau? 

Wir haben sämtliche Gästezimmer inklusive der Badezimmer, den Frühstücksraum, die Rezeption sowie die öffentlichen Bereiche komplett erneuert. Zudem haben wir die Elektroinstallationen, die Klimaanlagen sowie die Lüftungsanlagen erneuert respektive ersetzt. Ein beachtlicher Teil des Umbaus kam auch den Brandschutzbestimmungen zugute.

 

Und was hat der Umbau gekostet?

Wir haben insgesamt rund 3.4 Millionen Franken investiert.

 

Die Corona-Krise macht den meisten Hoteliers arg zu schaffen. Viele Hotels kämpfen um ihr Überleben – und Sie investieren eine Menge Geld in Ihr Haus. Wie ist das möglich? 

Wir haben die Investition für den Zeitraum Dezember 2019 bis Juni 2020 geplant und entsprechend auch Reserven dafür gebildet! Im Dezember 2019 haben wir mit der Erneuerung der Rezeption gestartet und haben im Januar 2020 mit den Gästezimmern weitergemacht. Als dann Mitte März die Corona-Krise folgte – die übrigens auch uns sehr zu schaffen macht – befanden wir uns bereits mitten im geplanten Umbau der Hotelzimmer.

 

Sie wollten ja die Umbauarbeiten bei laufendem Hotelbetrieb durchführen …

… Ja, das war ursprünglich unsere Absicht. Etwa 50 Prozent des Hotels wollten wir offenhalten. Als dann aber im März der Lockdown kam, haben wir uns entschlossen, die Umbauarbeiten voranzutreiben und das Hotel komplett zu schliessen. 

 


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