Andreas Caminada: «Weder das Schloss Schauenstein noch die Igniv-Lokale werden von Investoren

oder Mäzenen finanziert, sondern

sind zu hundert Prozent Caminada-Projekte»

Hotelier-Gespräch mit Star-Koch Andreas Caminada über «Igniv»,

Mäzene, Wachstum, Gault & Millau und neue Projekte

Planen Sie eine weltweit tätige Restaurantkette, Herr Caminada?

St. Moritz, Bad Ragaz, Zürich und Bangkok. Andreas Caminada, mit 19 Punkten und 3 Sternen einer der besten Köche Europas, lanciert eine neue Restaurantgruppe mit dem rätoromanischen Namen Igniv (Nest). «Hotelier» sprach mit Caminada über seine Igniv-Pläne, Wachstum, Gault & Millau, Restaurant-Finanzierungen, Mäzene und neue Projekte.

INTERVIEW Hans R. Amrein
BILDER Maurice Haas, Nik Hunger


Wer ist Andreas Caminada?

Seit 2003 ist Andreas Caminada (Jahrgang 1977) Gastgeber im Schloss Schauenstein mit Restaurant und Boutique-Hotel im schweizerischen

Fürstenau. «Schloss Schauenstein»

ist mit 3 Michelin-Sternen sowie 19 Gault & Millau-Punkten ausgezeichnet und seit 2011 auf «World’s Best Restaurants»-Liste platziert.

Als zweiten Restaurant-Brand lancierte Caminada 2015 das «Igniv by Andreas Caminada», der aktuell mit Dependancen im Grand Resort

Bad Ragaz, in Zürich und im Badrutt’s Palace Hotel zu finden ist. Ebenfalls 2015 gründete er die Stiftung «Fundaziun Uccelin» zur Förderung

junger Koch- und Servicetalente.


«Igniv by Andreas Caminada» steht für ein gemeinsames Esserlebnis in entspanntem Ambiente. Das Restaurantkonzept lebt vom bewussten Teilen im Kreise von Freunden und Familie: Statt einer klassischen

Menüfolge werden alle Speisen in der Tischmitte serviert, so dass sich

jeder Gast nach eigenem Gusto bedienen kann.

 

Andreas Caminada, nach Bad Ragaz (Grand Resort) und St. Moritz

(Badrutt’s Palace Hotel) haben Sie ein Igniv-Lokal mitten in Zürich

im Hotel Marktgasse eröffnet. Warum Zürich?

Nun, wir suchen nicht aktiv nach bestimmten Städten oder Märkten. Es geht mir immer um eine besondere Location, einen passenden Ort und Partner. Diese Gelegenheit hat sich in Zürich ergeben und wir finden

das Niederdorf mit dem Marktgasse-Hotel echt spannend.

 

Zürich, Bad Ragaz, St. Moritz und nächstens Bangkok: Das tönt nach Restaurantkette und Expansion. Haben Sie in der Tat die Absicht, eine Art Igniv-Restaurantkette aufzubauen?

Der Igniv-Brand wurde tatsächlich mit dem Gedanken konzipiert, dass er vervielfältigt werden kann. Im Vordergrund steht deshalb nicht Andreas Caminada, sondern die Köche und Serviceleiter der jeweiligen Ignivs. Von einer Expansionsstrategie würde ich nicht sprechen, aber wenn sich eine tolle Chance ergibt und ich einen guten Koch mit Potenzial und Lust aufs Igniv im Team habe, werde ich zugreifen.

 

Expansion kostet Geld. Wie finanzieren Sie das Wachstum der heute noch kleinen Igniv-Gruppe?

Finanziert werden alle Projekte, die mit mir zu tun haben, durch sehr viel Arbeit. Mit dem erwirtschafteten Gewinn aus Schloss Schauenstein, Igniv und Casa Caminada werden laufend neue Projekte finanziert.

 

Schaffen Sie den Aufbau der neuen Igniv-Lokale tatsächlich aus eigener wirtschaftlicher Kraft, oder sind im Hintergrund Investoren oder sogar Mäzene in die Finanzierung involviert?

Nein, die finanzielle Verantwortung für den Ausbau des Igniv-Brands übernehmen allein wir! Weder das Schloss Schauenstein noch die Igniv-Lokale werden von Investoren oder Mäzenen finanziert, sondern sind zu hundert Prozent Caminada-Projekte. Dahinter stecken jahrelange harte Arbeit und das Geld, welches damit erwirtschaftet wird – und dann eben für neue Projekte wieder zum Einsatz kommt.


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