Mit dem «Löwen» in Zürich führt Maria Lutz-Burri mit ihrem Mann eine Quartierbeiz, in der sie die Gäste mit Topqualität in jeder Hinsicht glücklich macht.

Mitgliederporträt

MARIA LUTZ-BURRI

Die Gastgeberin aus Überzeugung, mit kaufmännischem Background hatte durch ihren Ehemann schnell Feuer für die Gastronomie gefangen. Gemeinsam haben sie verschiedene Restaurants geführt wie das Landgasthaus Löwen in Langrickenbach/TG, das Restaurant Neubad und die Enoteca La Vigna in St. Gallen. Nach einer Auszeit können sie im Löwen in Zürich nun genau das Restaurant leiten, das ihrer – neuen – Idee entspricht: eine Quartierbeiz, in der sie die Gäste mit Top-Qualität in jeder Hinsicht glücklich machen – jenseits von Punkte- und Sterne-Ambitionen.



Die Gäste sollen unser Restaurant mit einem Lächeln verlassen – das machen meine Mitarbeiter sehr gut – und nicht das Gefühl haben, sie wurden von uns abgezockt.


Was fasziniert Sie an Ihrer Quartierbeiz?

Wir haben eine wunderbare Durchmischung der Gäste. Von jung bis alt. Geschäftsessen, Familien, Jasser usw.

 

Sind Sommeliers eher Entertainer oder Verkäufer, die Gästen etwas «andrehen» sollen?

Beides. Die Gäste sollen unser Restaurant mit einem Lächeln verlassen – das machen meine Mitarbeiter sehr gut – und nicht das Gefühl haben, sie wurden von uns abgezockt.

 

Was ist die schwierigste Aufgabe eines Sommeliers?

Gästewünsche zu erfüllen, die weintechnisch nicht korrekt sind. z.B. Eiswürfel in Rot-/Weisswein. Über die richtige Weintemperatur diskutieren.

 

Welches war das prägendste Erlebnis in Ihrer Laufbahn als Sommelière?

Bei einem alten dekantierten Wein, der keine Freude mehr bereitete, habe ich das letzte Glas mit dem Satz, der noch in der Flasche war, ausgeschenkt und der Wein war danach so was von super gut und süss. Seither dekantiere ich die Weine immer so, dass der komplette Satz in der Karaffe landet.

 

Ist es anstrengend berufshalber immer Wein trinken zu müssen? 

Nein, es ist anstrengend keinen Wein zu trinken – nein natürlich nicht. Zum Wein gehört Passion und natürlich ein gutes Essen und wenn ich frei habe, hat es zwei Mal am Tag Zeit dafür.

 

Nach welchen Kriterien empfehlen Sie Ihren Gästen den passenden Wein zur Speise?

Zuerst nach dem Budget und dann nach den Vorlieben. Es macht z.B. keinen Sinn, einem jungen Paar, das sehr selten Wein trinkt, einen Barolo zu empfehlen, obwohl der eigentlich am besten passen würde.

 

Was macht Gäste bei Wein unzufrieden?

Die falsche Temperatur und, dass der Wein ein Loch in der Flasche hat!

 

Was ist das Geheimnis eines guten Weines?

Er muss so viel Freude bereiten, dass man unbedingt noch eine Flasche öffnen will.

 

Was ist für Sie ein preiswerter Wein?

Ein unkomplizierter Wein, der allen Freude bereitet und im Restaurant um die Fr. 55.- kostet.

 

Welche Flasche Schweizer Wein verkaufen Sie sehr gerne?

Pinot Noir R, Baumann, Hallau, 2014

 

Welches sind Ihre Weinfavoriten für Schweizer Weine?

Domaine de Ravoire blanc Wallis, Baumann Hallau, Markus Stäger Maienfeld

 

Welche Weingebiete oder Regionen sind die zukünftigen positiven Überraschungen?

Kroatien, Slowenien

 

Welche zwei Weine würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?

Pichon Lalande 1996, Barolo Elio Altare Alborina 1999

 

Was halten Sie für Ihre grösste Tugend, was für Ihr grösstes Laster?

Ehrlich und korrekt, Alkohol, der leider im Wein vorhanden ist.

 

Welcher Versuchung widerstehen Sie nicht? 

Pommes Chips

 

Was bringt Sie auf die Palme? 

Gäste, die nicht wissen, was sie bestellen und dann sagen, dass es nicht gut sei.

 

Welches Kompliment hören Sie am liebsten?

Dass ich sehr gute Servicemitarbeiter habe.