Frage an Claude Meier, Direktor von Hotelleriesuisse:

Warum kandidieren Sie für den Berner Stadtrat?

Claude Meier ist seit vier Jahren Direktor des Branchenverbandes HotellerieSuisse. Der 42-jährige gebürtige Luzerner ist Quereinsteiger und war vorher Leiter des Zentralsekretariats und stv. CEO des Kaufmännischen Verbandes der Schweiz in Zürich. Meier hat an der Universität Bern Volkswirtschaft studiert (lic.rer.pol.). Jetzt will er aktiv in die Politik einsteigen und kandidiert für das Berner Stadtparlament. Warum?



Wer ist Claude Meier?

Claude Meier ist seit vier Jahren Direktor des Branchenverbandes HotellerieSuisse. Der 42-jährige gebürtige Luzerner ist Quereinsteiger und war vorher Leiter des Zentralsekretariats und stv. CEO des Kaufmännischen Verbandes der Schweiz in Zürich. Meier hat an der Universität Bern Volkswirtschaft studiert (lic.rer.pol.). Jetzt will er aktiv in die Politik einsteigen und kandidiert für das Berner Stadtparlament. Warum?Claude Meier ist seit dem 1. Juli 2016 Direktor des Branchenverbandes HotellerieSuisse. In seiner Rolle ist er auch Vorstandsmitglied des Schweizer Tourismus-Verbandes STV sowie Stiftungsrat der Ecole hôtelière de Lausanne (EHL) Group. Meier ist Quereinsteiger und war vorher Leiter des Zentralsekretariats und stv. CEO des Kaufmännischen Verbandes der Schweiz in Zürich. Der 42-jährige, gebürtige Luzerner hat an der Universität Bern Volkswirtschaft studiert (lic.rer.pol.). Er kandidiert jetzt auf der Liste der FDP für das Stadtberner Parlament.

 

claude.meier@hotelleriesuisse.chmeier-claude.ch

Warum kandidieren Sie für den Berner Stadtrat?

Gerade die vergangenen Corona-Monate zeigen: Wichtige Entscheide für die Hotellerie, Gastronomie und die gesamte Tourismuswirtschaft werden in der Politik gefällt. Und zwar auf allen drei staatspolitischen Ebenen: Bund, Kantone und Städte respektive Gemeinden. In den letzten vier Monaten habe ich über 140 Hoteliers in ihren Betrieben besucht, von Genf bis nach Chur, von Basel bis nach Bellinzona. Ich kenne die Anliegen der Branche und bin motiviert, diese auch ins städtische Parlament der Bundesstadt einzubringen. 

 

Sie sind Mitglied der FDP. Warum diese Partei?

Ich bin als 14-Jähriger den Jungfreisinnigen beigetreten, weil ich für eine liberale Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik einstehe. Heute bin ich 42-jährig und orientiere mich an denselben Werten.

 

Nehmen wir an, Sie schaffen es am 29. November ins Berner Stadtparlament: Was werden Ihre politischen Schwerpunktthemen sein – neben Tourismus und Gastgewerbe? 

Lebenswerte und attraktive Schweizer Städte sind für Einheimische wie auch für Gäste wichtig. Mir ist es ein Anliegen, über meine berufliche wie politische Arbeit, der ganzen Wertschöpfungskette des Fremdenverkehrs eine Stimme zu geben, dies beginnt bei der Hotellerie, geht über die Gastronomie, von den Pubs und Bars zu den Messen, von den Sport- bis hin zu den Kulturevents und dem Detailhandel. Der «Lockdown» hat doch klar gezeigt: Es braucht alle zusammen, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Zudem braucht unser Sektor auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte, daher erachte ich Bildung als ein Schlüsselthema meines Engagements. Die Gäste und Kunden unserer Branche sind vielfältig, entsprechend engagiere ich mich auch weiterhin rund um das Thema Diversity.

 

Politik ist nicht jedermanns Sache. Was fasziniert Sie an diesem Metier?

Politik bedeutet für mich das Mitgestalten an unseren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Und ich vertrete die Auffassung, dass man nicht über die Politik lästern, sondern sich aktiv einbringen soll. 

 

Stadtrat, dann Grossrat (Berner Kantonsparlament) und in einigen Jahren Nationalrat: Haben Sie Ambitionen, als Politiker Karriere zu machen?

Mir gefällt meine berufliche Rolle als Direktor von HotellerieSuisse. Diese Interessenvertretung für die Schweizer Beherbergungswirtschaft und den Tourismus darf ich seit vier Jahren mit einem Super-Team und 13 regionalen Geschäftsstellen von HotellerieSui­sse wahrnehmen. Für mich ist nicht eine spezifische Plattform entscheidend, sondern das Einbringen der Anliegen, dort wo es nötig ist. 

 

Ihr Präsident, Andreas Züllig, hat es bei den letzten Nationalratswahlen knapp nicht geschafft. Die Hotellerie ist im Bundeshaus nicht direkt vertreten. Warum ist das so?

Andy Züllig, sein ganzes Wahl-Team in Graubünden sowie die nationale Geschäftsstelle HotellerieSuisse haben im vergangenen Jahr Vollgas gegeben. Leider fehlten am Schluss lediglich 120 Stimmen! Dies zeigt eines: Jede Stimme zählt! Dass die Beherbergungswirtschaft nicht mit einer Person direkt aus der Branche im Eidgenössischen Parlament vertreten ist, hängt von diversen Faktoren ab. Einerseits ist es für viele Hoteliers einfach ein fast unlösbarer Spagat, einerseits einen Betrieb zu führen und gleichzeitig noch die nötige Zeit für ein politisches Mandat aufzubringen. Ein typisches Problem für viele KMU-Führungspersönlichkeiten. Wenn sich dann aber ein Kandidat mal zur Verfügung stellt, dann ist es wichtig, dass er oder sie von der ganzen Branche und dem ganzen Tourismussektor – unabhängig von der Partei oder Verbandszugehörigkeit – unterstützt wird. 

 

Die Corona-Krise prägt nach wie vor den Alltag in der Hotellerie. Ihr Branchenverband fordert nun weitere Hilfsmassnahmen zu­gunsten des Gastgewerbes. Kurz zusammengefasst: Was fordern Sie vom Bundesrat?

Unser wichtigstes Anliegen: Seit über sechs Monaten verändern sich die Rahmenbedingungen für unsere Betriebe beinahe täglich: Schutzkonzepte und Quarantänelisten lassen grüssen. Wichtig ist uns, dass Unternehmen, die vor der Corona-Krise ökonomisch auf erfolgreichen Füssen standen und gut positioniert im Markt waren, nun nicht in den Konkurs gedrängt werden. Hier braucht es gezielt Unterstützung von der Öffentlichen Hand, und die Zeit drängt. HotellerieSuisse hat zusammen mit zehn weiteren nationalen Verbänden wie etwa GastroSuisse und Seilbahnen Schweiz sich hierzu seit Ausbruch der Krise eng koordiniert und am letzten Tourismusgipfel vom 31. August den drei Bundesräten Sommaruga, Berset und Parmelin weitere konkrete Vorschläge unterbreitet. 

 

Welches sind die grössten Herausforderungen für die Hotellerie in den nächsten fünf Jahren, abgesehen von den Folgen der Corona-Krise? 

Die ökonomischen Folgen der Corona-Krise werden uns leider die nächsten Jahre noch beschäftigen. Dazu kommen aber auch die bekannten Trends, welche weitere Chancen eröffnen. Ich bin überzeugt, dass die Diskussion um einen nachhaltigen Tourismus nach der Wirtschaftskrise stark an Fahrt gewinnen wird. Zudem erleben wir aktuell gerade einen kleinen Digitalisierungsschub, der den ganzen Sektor Tourismus weiter verändern wird. Ergänzt mit Themen rund um Nachfolgeregelungen in Betrieben, der Fachkräfte-Entwicklung sowie der zunehmenden Verbürokratisierung und Reglementierung der Gesellschaft zeigen auf: Wir haben grosse Aufgaben vor uns!

 

Wie bereits gesagt, Sie haben in den letzten Monaten viele Hoteliers in der ganzen Schweiz besucht und Gespräche vor Ort geführt. Welche Erkenntnisse haben Sie dabei gewonnen?

Wir dürfen richtig stolz sein auf unsere Hospitality in der Schweiz! Ich konnte wunderbare Betriebe besuchen, völlig unabhängig, ob eine Swiss Lodge, Jugendherberge oder ein Fünf-Sterne-Betrieb. Und die Gespräche mit den Hoteliers wie Mitarbeitenden waren stets geprägt von Offenheit und Empathie, eine unglaubliche Stärke unserer Branche. Es macht mir Freude und ein Stück weit auch stolz, mich für diese Menschen engagieren zu dürfen. 

 

Wie kann man Sie in den nächsten Wochen vor den Wahlen konkret unterstützen?

Die Wahlen in das Parlament der Bundesstadt Bern sind am 29. November 2020. Die wichtigste Hilfe ist die Mund-zu-Mund-Werbung an Freunde, Familienmitglieder und Bekannte in die Richtung Berner Wahlberechtigte. Mir geht es aber um weit mehr: Meine Bereitschaft zur politischen Mitarbeit auf städtischer Ebene soll als Signal in der Branche aufgefasst werden, dass sich weitere Kolleginnen und Kollegen aus dem Tourismussektor in ihren Gemeinden und Städten politisch engagieren. Denn Hotellerie, Beherbergungswirtschaft, Gastronomie und Tourismuswirtschaft können nur gemeinsam die nötige politische Bedeutung erlangen, welche die Branche verdient.

 


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